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Projektidee

IGM®-Campus ist die Bezeichnung für eine moderne, vernetzte Kooperationsgemeinschaft bayerischer Kurorte und anderer medizinischer Dienstleister zur Strukturbildung und Implementierung, Optimierung und Evaluation von Gesundheitsförderung, Krankheitsprävention und Patientenschulung im Sinne eines Demonstrationsprojekts für proaktive Gesundheitsstrukturen. Zielgruppen sind Betriebe, Kommunen samt deren Einwohner und der Gesundheits- und Medizintourismus in einem regionalen und überregionalen Setting (Setting-Ansatz). Eine Kurzbeschreibung befindet sich bereits weiter oben unter den Erläuterungen zum IGM®.

Das Qualitätsentwicklungs-Projekt unter der konzeptionellen und wissenschaftlichen Leitung des KoKoNat soll zum Aufbau einer Kernkompetenz im Bereich der vorbeugenden Lebensführung und Lebensstilmedizin, eines verbesserten Qualitätsmanagements nach SGB V im Allgemeinen führen.
Im Zentrum steht das Konzept eines umfassenden Individuellen Gesundheits-Managements, das in den Alltag und damit in die Arbeits- und Lebenswelten der Menschen Eingang finden soll. Das IGM® zielt darauf ab, die Menschen zu einem gesundheitsfördernden Lebensstil zu befähigen.

Die Betonung und Förderung einer gesunden und natürlichen Lebensführung sind traditionell auch zentraler Bestandteil vieler komplexer naturheilkundlicher Systeme (s.g. Salutogenese-Ansatz). Erfahrungsgemäß fällt es jedoch den meisten naturheilkundlichen - wie auch konventionellen - Lebensstilprogrammen schwer, zu nachhaltigen Verhaltensänderungen des modernen Menschen anzuregen.
Um oben genanntes Defizit auszugleichen, liegt die Neuartigkeit des IGM® in der Kombination eines individuellen, webbasierten Gesundheitsportals mit verschiedenen persönlichen Betreuungsprogrammen (Gesundheitstage, Gesundheitswochen), die in den mitwirkenden Kurorten, Kliniken oder Arztpraxen angeboten werden. Dieser kombinierte Ansatz, der auch als „blended learning“ bezeichnet wird, verbessert die Beständigkeit der gesundheitsför-dernden Maßnahmen und unterstützt die Integration von neuen Denk- und Verhaltensmustern in den Alltag.
Themenschwerpunkte sind die Basisfunktionen zur körperlichen Gesunderhaltung (Ernährung, Bewegung, Atmung, Schlaf, Wärmehaushalt) und psychosoziale Strategien zur Bewältigung von Alltagsanforderungen (Stressmanagement). Bei medizinischem Bedarf und entsprechender Kompetenzinfrastruktur können die IGM®-Gesundheitsangebote mit verschiedenen evidenzbasierten, naturheilkundlichen und komplementärmedizinischen Verfahren ergänzt werden (Individueller Ansatz).
Der Projektansatz von IGM®-Campus zielt auf die Befähigung von Menschen zur Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion umfassender alltagsrelevanter Einstellungen und Verhaltensweisen. Prioritäre Handlungsfelder sind die Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung zur Erkennung und Reduzierung von Risikofaktoren bei den Krankheitsbildern mit epidemiologischer Bedeutung, wie z.B. Herzkreislauferkrankungen, Diabetes mellitus, Krankheiten des Skeletts, der Muskeln und des Bindegewebes, Krankheiten des Nervensystems sowie psychische / psychosomatische Krankheiten. Die Kooperationsgemeinschaft wird zur Basis eines universitätsbegleitenden Kompetenz-Netzwerks. Es wird angestrebt, über den Projektzeitraum hinaus, das Netzwerk IGM®-CAMPUS zu einer wirtschaftlich selbstständigen Markenbildung zu entwickeln und eine Kurverlaufs- und Lebensstilforschung in den bayerischen Kur- und Heilbädern zur Sicherstellung und zur Weiterentwicklung der mit dem Projekt verbundenen Qualitätsziele zu etablieren. IGM®-Campus begleitet somit die Entwicklung von Bayern zu einem Gesundheits- und Lebensland.

Das Projekt IGM®-Campus (IGM® = Individuelles Gesundheits-Management) zählt zu den innovativsten Präventionsprogrammen für die heutige Gesellschaft. Es handelt sich um eine universitätsbegleitende Anwendergemeinschaft verschiedener Akteure wie Kurorte, Praxen und Kliniken, die ein umfassendes Lebensstilprogramm mit dem Namen ‚Individuelles Gesundheits-Management‘ in den Bereichen der Gesundheitsförderung, Krankheitsprävention und Patientenschulung umsetzten. IGM®-Campus wurde von den beteiligten Kurorten sowie aus Fördermitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege zur Qualitätsentwicklung bayerischer Kurorte mit einer Gesamtfördersumme von 1,8 Millionen Euro unterstützt. Schirmherrin des Projektes war Frau Melanie Huml, Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege.

Ausgangspunkt für die Projektentwicklung war die Tatsache, dass die Zunahme der chronischen Erkrankungen und ihre sozialen und finanziellen Folgen zukünftig nicht mehr beherrschbar sind. Daher förderte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits im Jahre 2001 intensiver an der Erhaltung der Gesundheit zu arbeiten und zu forschen. Dazu ist es notwendig, dass die Menschen einen gesunden Lebensstil erlernen und erkennen, was für sie individuelle eine Belastung und Überforderung darstellt.

Die Einzigartigkeit des Projektes IGM®-Campus liegt in den dafür geschaffenen und integrierten Strukturen, mit dem Ziel, ein Kompetenz-Netzwerk zu etablieren, Das Projekt wird von einer m vielfältigen und sich ergänzenden Partnernetzwerk getragen. Eine zentrale, die Regionalisierung gewährleistende Rolle, spielten bis 2016 ausgewählte Kurorte aus den fünf Regierungsbezirken Bayerns: Bad Alexandersbad, Bad Kötzting, Bad Tölz, Präventions-Thermenstadt Treuchtlingen und Bad Wörishofen.

Der Erfolg des IGM®-Campus Projektes basierte in erster Linie auf der gezielten Zusammenführung unterschiedlichster Interessen und auch Fachdisziplinen in einem Thema und Ziel. Dies lässt sich nur über eine komplexe Projektplanung und -steuerung bewerkstelligen.

Das Projekt IGM®-Campus war zunächst auf 5 Jahre angelegt. Die ersten 18 Monate wurden als Vorpilotierungs-Phase bezeichnet. Teilmaßnahmen (SEPP-Entwicklung) sind bereits in dieser Zeit im Zusammenhang mit dem Standortpartner Bad Kötzting staatlich finanziert worden. Die Pilotierungsphase von 9 Monaten begann im Juni 2013. Die eigentliche Implementierungs-und Evaluationsphase des Gesamtprojekts wurde im von April 2014 bis Ende 2016 durchgeführt. Nach Abschluss der 1. Evaluationsphase wurde das Netzwerk in die Versorgungsroutine übergeben, die sich aber - auf Grund fehlenden Zugangs zum 1. Gesundheitsmarkt - bislang nur sehr schwer umsetzen hat lassen. Trotz Aufbau einer Markenbildung, ist eine wirtschaftliche Verwertung für die Kurorte noch nicht erkennbar.

Das Netzwerk versteht sich als KompetenzNetzwerk für Gesundheitsförderung, Krankheitsprävention und Patientenschulung. Eine Fortentwicklung in Richtung eines Qualitäts- und EvaluationsNetzwerk ist vorgesehen.