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Kompetenz-Netzwerk Naturheilkunde: Das ÄrzteNetzwerk Campus IGM für Gesundheitsförderung, Krankheitsprävention und Patientenschulung
Hintergrund und bisherige Aktivitäten: Das Kompetenzzentrum für Komplementärmedizin und Naturheilkunde der Technischen Universität München (früher: Zentrum für naturheilkundliche Forschung (ZnF)) arbeitet seit vielen Jahren auf dem Gebiet der Gesundheitsförderung mit klassischen Naturheilverfahren. Es liegen theoretische und praktische Erfahrungen in der Durchführung von Gesundheitstrainings (Lebensstilprogrammen) bei verschiedenen Indikationen wie chronische Müdigkeitssyndrome, chronische Schmerzzustände, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen und Krebspatienten (Fatigue) vor. Die Angebote wurden bislang sowohl im stationären Setting in der Rehabilitation und in der Akutklinik als auch im ambulanten Bereich durchgeführt (Phase 1 und 2). Ab 2011 wird das „Individuelle Gesundheits-Management (IGM)“ im Rahmen eines KompetenzNetzwerks für Gesundheitsförderung, Krankheitsprävention und Patientenschulung (CAMPUS IGM) für die Indikationsschwerpunkte „Metabolisches Syndrom“, „Krebsprävention“, „Stressabbau“, „Demenzprävention“, „chronischer Rückenschmerz“, „Osteoporose“ und „chronische Blasen- und Darmentzündungen“ aufgebaut.
Seit ca. 2005 wird das Konzept des „Individuellen Gesundheits-Managements“ (IGM) als Programm für Gesunde und Kranke entwickelt und ist eng mit der webbasierten Software www.viterio.de verbunden (Phase 3). Es umfasst die Bereiche der systematischen Risiko- und Schutzfaktoren-Analyse, des Gesundheits-Check-Up und eines 12 monatigen Lebensstiltrainings. Das IGM basiert auf einem Selbstmanagement, das zur Pflege und Verbesserung von physiologischen Basisfunktionen (z.B. Bewegungs- Ernährungsverhalten) und psychosozial-kognitiven Basiskompetenzen (z.B. Stressbewältigung) im Alltag befähigen soll. Schwerpunkt der Entwicklung ist die Umsetzung eines sog. “blended learning concepts”. Hierbei werden verschiedene Lehrmittel “gemischt”, d.h. insbesondere apersonale Medien wie das Internet mit personalen Medien wie persönliches Arzt- oder Therapeutengespräch und die Gruppe. Sind die Möglichkeiten der Selbsthilfe ausgeschöpft oder situationsgemäß nicht durchführbar, werden naturheilkundlich-komplementärmedizinische Beratungs- und Behandlungsoptionen durch Ärzte und Gesundheitstherapeuten zur Unterstützung angeboten.
Teile des Programms oder das Gesamtprogramm (Münchener Lebensstilprogramm) werden derzeit in der Ambulanz für Naturheilkunde und gesundheitsförderung des KoKoNat, TU München sowie bei verschiedenen Kooperationspartnern unter Mithilfe des Gesundheitsportals www.viterio.de erprobt und weiter optimiert.
Aufgabenstellung und Zielsetzung: Die derzeitige Praxis der Gesundheitsförderung nach § 20 SGB V ist unbefriedigend. Die Maßnahmen der Gesundheitsförderung sind vom Charakter her „Silo-Angebote“ und meist nicht miteinander vernetzt. Eine bedarfsgerechte und risikoadaptierte Inanspruchnahme ist in der Regel nicht realisiert. Ebenso wenig ist die ärztliche Durchführung und Dokumentation der Check-Up-Untersuchungen (Check-Up 35) gegenüber dem Patienten von Inhalt und Bericht transparent geregelt. Die Empfehlungen für gesundheitsfördernde Maßnahmen ebenso wenig. Viele Vorsorgeuntersuchungen sind für den Patienten mühsam zu organisieren und die Ergebnisse fließen nicht in ein persönliches Dossier (Gesundheitsakte). Die informationellen Schnittstellen zwischen den Ärzten und dem stationären wie ambulanten Bereich sind verbesserungswürdig. Eine integrierte Versorgung ist besonders bei der Behandlung von chronischen Kranken wichtig, da häufig eine ausschließlich ambulante oder stationäre Maßnahme nicht den gewünschten Therapieerfolg bietet. Hier ist oft eine kontinuierliche Betreuung des Patienten mit koordinierten Behandlungsabläufen, angepasster Patientenschulung und co-therapeutischen Maßnahmen unumgänglich. Dies entspricht auch der modernen Versorgungsphilosophie eines gesundheitsfördernden Krankenhauses, eine Forderung, die bereits die WHO mit ihrem Projekt „Health Promoting Hospital“ vor mehr als 5 Jahren aufgestellt hat.
Meist ist der hausärztliche Kollege selbst nicht in der Lage, Maßnahmen zur Verhaltensoptimierung von Ernährung, Bewegung und Stressmanagement gemeinsam mit dem Patienten in der eigenen Praxis durch zu führen. Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention mit Naturheilkunde sollte langfristige Verhaltensänderungen zum Ziel haben. Diese können am besten durch erlebnispädagogische Komponenten, Selbstlernprogramme und aktive Einzel- und Gruppenbetreuungen im Sinne des Selbstmanagements erlernt werden. Hier soll das „Ärztenetzwerk Campus IGM für Gesundheitsförderung, Krankheitsprävention und Naturheilkunde“ Hilfestellungen bieten.
Dies bedeutet im Einzelnen:
- Risiko- und Schutzfaktoren adaptierte Gesundheitsförderung
- Optimierung der Check-Up-Dokumentation und Patienten orientierten Berichterstattung
- Unterstützung bei der Gesundheitsberatung durch Info@zepte und maßgeschneiderte, Internet gestützte Lebensstilprogramme
- Durchführung praktischer Gesundheitsfördermaßnahmen mit oder ohne Hilfe von CAMPUS IGM.
Wenn Sie sich am Kompetenznetzwerk beteiligen wollen, können Sie diese Hilfestellungen bereits jetzt in Anspruch nehmen. Voraussetzung ist jedoch, dass Sie in Ihrer Praxis einen Internetanschluss besitzen und Sie mit dem Umgang des Internet vertraut sind.
Die ärztlichen Kolleginnen und Kollegen, die keine eigenen gesundheitsfördernden Maßnahmen in der Praxis durchführen können oder wollen, können sich einen kurörtlichen oder stationären Partner aus dem Campus IGM suchen, der die inhaltlichen und baulichen Möglichkeiten einer Gesundheitsförderung von Gesunden und von Patientenschulungen realisieren kann.
Das KoKoNat bietet für interessierte ÄrztInnen eine Fortbildung im Bereich Individuelles Gesundheitsmanagement (IGM) an.
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